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Warum ChatGPT dich (noch) nicht empfiehlt

Wenn jemand eine KI nach einem Coach wie dir fragt, fällt dann dein Name? Drei Gründe, warum du übersehen wirst, und was sich daran ändern lässt.

Warum ChatGPT dich (noch) nicht empfiehlt

Stell dir vor, jemand sitzt abends am Laptop und tippt in ChatGPT: «Wer kann mir bei beruflicher Neuorientierung helfen?» Die KI überlegt kurz und antwortet mit drei, vier Namen. Eine ruhige, kurze Empfehlung, ganz ohne Trefferliste zum Durchscrollen. Die Frage ist nur: Bist du dabei?

Für viele Selbstständige lautet die ehrliche Antwort heute noch nein. Nicht, weil ihre Arbeit schlechter wäre als die der Genannten. Sondern weil ihre Website der KI nicht genug gibt, um sie zu verstehen, sicher einzuordnen und mit gutem Gewissen weiterzuempfehlen. Schauen wir uns in Ruhe an, woran das liegt, und vor allem, was sich daran ändern lässt.

Eine KI liest deine Seite anders als ein Mensch

Ein Mensch überfliegt deine Website, sieht ein sympathisches Foto, spürt eine Stimmung und entscheidet aus dem Bauch. Eine KI arbeitet völlig anders. Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google mit seinen AI Overviews zerlegen Texte in kleine Sinnabschnitte, sogenannte Chunks, und prüfen für jede Frage, welche dieser Abschnitte zu einer guten, belegbaren Antwort passen. Dieser Schritt heisst Retrieval: Das Modell holt sich gezielt einzelne Stellen und baut daraus seine Antwort zusammen.

Das hat eine wichtige Folge. Nicht deine ganze Website wird als Ganzes bewertet, sondern einzelne, klar formulierte Aussagen daraus. Was die KI nicht eindeutig einordnen kann, lässt sie im Zweifel weg. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil sie ungern rät. Ein Modell, das rät, macht Fehler, und Fehler sind genau das, was es zu vermeiden versucht.

Dazu kommt ein zweiter Mechanismus. Komplexe Fragen werden von KI-Systemen oft in mehrere Teilfragen zerlegt, im Fachjargon Query Fan-out. Aus «Wer hilft mir bei beruflicher Neuorientierung in Bern?» werden im Hintergrund mehrere kleine Suchen: nach dem Thema, nach der Region, nach Erfahrungsbelegen. Für jede dieser Teilfragen sucht die KI passende Bausteine. Wenn deine Seite zu keiner davon einen klaren Baustein liefert, fällst du leise durchs Raster.

Erwähnung, Quelle, Empfehlung sind drei verschiedene Dinge

Sichtbarkeit in der KI ist kein Schalter mit nur zwei Zuständen. Es gibt Abstufungen, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten:

  • Erwähnung: Dein Name taucht irgendwo in einer Antwort auf, eher beiläufig.
  • Quelle: Die KI verweist konkret auf eine Seite von dir und zitiert sie.
  • Empfehlung: Das Modell schlägt dich aktiv als Lösung vor, sobald jemand nach genau deinem Thema fragt.

Das Ziel ist die dritte Stufe. Und dorthin kommst du nicht, indem du lauter wirst, sondern indem du für die KI zur sichersten, am wenigsten missverständlichen Antwort wirst. Das ist eine gute Nachricht für alle, die ungern marktschreierisch auftreten.

Drei Gründe, warum du heute übersehen wirst

1. Deine Botschaft ist unklar. Wenn nicht in wenigen Sekunden klar wird, für wen du da bist und welches Problem du löst, kann auch die KI es nicht zusammenfassen. Viele Websites beschreiben eine Methode, einen Ansatz, eine Philosophie, aber nicht das konkrete Problem aus Sicht der Kundin. Eine KI braucht aber genau diese klare Verbindung: dieses Problem, diese Zielgruppe, diese Lösung, diese Person.

2. Es fehlen Vertrauenssignale. Keine erkennbare Autorschaft, keine nachvollziehbare Erfahrung, keine Referenzen, keine Tiefe. Die KI findet nichts, worauf sie sich berufen kann. Fachleute fassen diese Signale unter dem Kürzel E-E-A-T zusammen: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Der Ort, an dem diese Signale zusammenkommen, ist oft deine Über-mich-Seite, die viele sträflich vernachlässigen.

3. Deine Struktur ist für Maschinen unsichtbar. Keine sauberen Überschriften, keine strukturierten Daten, keine klare Gliederung. Die Seite sieht für Menschen schön aus, sagt der KI aber wenig. Eine Maschine erkennt nicht von allein, dass dieser Absatz deine Dienstleistung beschreibt und jener deine Erfahrung, solange du es ihr nicht in einer Form mitteilst, die sie versteht.

Warum die KI die risikoärmste Antwort wählt

Hier liegt der vielleicht wichtigste Gedanke. Ein Sprachmodell gibt nicht die lauteste Antwort, sondern die, bei der die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers am kleinsten ist. Es sucht die sichere Wahl.

Was eine Marke oder eine Person zur sicheren Wahl macht, ist Konsistenz über viele unabhängige Quellen hinweg. Was ChatGPT über dich weiss, stammt nicht nur von deiner Website. Es stammt aus einer Vielzahl von Stellen, die in das Training und in die laufende Recherche einfliessen: deine Seite, Bewertungsplattformen, Branchenverzeichnisse, Fachbeiträge, Interviews, Erwähnungen durch andere. Wenn du an all diesen Orten gleich und stimmig beschrieben wirst, wirst du zur risikoarmen Antwort. Sind die Bilder dagegen widersprüchlich, hier ein anderer Name, dort eine andere Positionierung, wird die KI vorsichtig und nennt lieber jemand anderen.

Dazu kommt die Entitätserkennung. KI-Systeme denken nicht in Keywords, sondern in Entitäten: Personen, Unternehmen, Orte, Themen. Damit dich ein Modell empfehlen kann, muss es dich als klar umrissene Entität erkennen, als diese bestimmte Person mit diesem bestimmten Schwerpunkt. Je deutlicher du als Entität im Netz definiert bist, desto eher tauchst du in Antworten auf.

Ein Beispiel: zwei gleich gute Coaches, ein Unterschied

Stell dir zwei Coaches vor, beide erfahren, beide mit echten Ergebnissen. Die eine hat eine schöne Website mit stimmungsvollen Bildern und dem Satz «Ich begleite dich auf deinem Weg zu mehr Klarheit». Kein Foto mit Namen im Text, keine Zielgruppe, keine Belege, keine strukturierten Daten, und ausser der eigenen Seite kaum Spuren im Netz.

Der andere schreibt auf seiner Seite klar: «Ich helfe Fach- und Führungskräften in der Deutschschweiz bei der beruflichen Neuorientierung.» Er hat eine echte Über-mich-Seite mit Werdegang, ein paar ehrliche Kundenstimmen, beantwortet typische Fragen in einer FAQ, und sein Name taucht konsistent auf zwei, drei Branchenportalen und einer Bewertungsplattform auf.

Beide sind menschlich vielleicht gleich gut. Aber wenn jemand ChatGPT nach einem Coach für berufliche Neuorientierung in der Schweiz fragt, hat der zweite eine ungleich grössere Chance, genannt zu werden. Nicht, weil er lauter ist, sondern weil er für die KI eindeutiger und sicherer ist. Genau dieser Unterschied lässt sich aufbauen, und zwar von jeder und jedem.

Dein Fahrplan für die nächsten Wochen

Du musst nicht alles auf einmal angehen. Eine sinnvolle Reihenfolge sieht so aus:

  1. Teste den Ist-Zustand. Frag ChatGPT und Perplexity nach einem Anbieter für dein Thema in deiner Region. Frag auch nach deinem Namen. Notiere, was stimmt und was fehlt.
  2. Schärfe deine Botschaft. Bring in einem Satz auf den Punkt, was du für wen mit welchem Nutzen tust.
  3. Stärke deine Über-mich-Seite. Gesicht, Geschichte, Erfahrung, Belege.
  4. Beantworte echte Fragen in einer ehrlichen FAQ, in der Sprache, in der Menschen wirklich fragen.
  5. Ergänze strukturierte Daten, damit Maschinen all das eindeutig einordnen können.
  6. Sorge für Konsistenz auf den wichtigsten Plattformen ausserhalb deiner Seite.

Jeder dieser Schritte ist Handwerk, kein Zufall. Klare Sprache, sichtbare Expertise und eine saubere Struktur sind lernbar und umsetzbar, auch ohne technisches Vorwissen.

In drei Sätzen

Du wirst von der KI nicht übersehen, weil deine Arbeit zu wenig taugt, sondern weil deine Website ihr zu wenig Sicheres gibt. Eine KI empfiehlt die Quelle, bei der sie sich am wenigsten irren kann, klar, glaubwürdig und über viele Stellen hinweg stimmig. Genau das lässt sich Schritt für Schritt aufbauen.

Wenn du wissen willst, wo du heute stehst, mach den kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check. Er zeigt dir in wenigen Minuten, was eine KI auf deiner Website wirklich vorfindet, ehrlich und ohne Panikmache.

Tobias Michael Kurz

Tobias Michael Kurz

Copywriter und GEO-Optimierer. Ich helfe Coaches, Beraterinnen und Consulting-Unternehmen, in ChatGPT, Perplexity und Google gefunden und empfohlen zu werden. Mehr über mich

FAQ

Häufige Fragen

Heisst das, ich muss überall im Internet präsent sein?

Nicht überall, aber konsistent. Wichtiger als möglichst viele Auftritte ist, dass du überall mit demselben Namen, demselben Angebot und derselben Geschichte beschrieben wirst. Eine KI vertraut Quellen, die sich gegenseitig bestätigen, mehr als einer lauten Einzelstimme.

Wie schnell sehe ich eine Veränderung in der KI-Sichtbarkeit?

Erste Verbesserungen zeigen sich oft nach einigen Wochen, sobald KI-Systeme deine überarbeiteten Inhalte erneut erfassen. Es ist ein laufender Prozess, kein Schalter, weil sich die Modelle und ihre Datenquellen ständig weiterentwickeln.

Brauche ich dafür gleich eine neue Website?

Meistens nicht. In den allermeisten Fällen geht es darum, vorhandene Inhalte klarer zu formulieren, Vertrauenssignale sichtbar zu machen und strukturierte Daten zu ergänzen. Das ist Feinarbeit an dem, was schon da ist, kein Neubau.

Kann ich selbst testen, ob eine KI mich kennt?

Ja, und das solltest du. Frag ChatGPT oder Perplexity ganz konkret nach einem Anbieter für dein Thema in deiner Region und schau, wer genannt wird. Frag auch direkt nach deinem Namen und prüfe, ob die Antwort stimmt. Das gibt dir ein erstes, ehrliches Bild.

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